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SU-76

SU-76

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Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Zusammenfassung

Die SU-76 war der Nachfolger des leichten Panzerjägers ZIS-30. Sie ähnelt der deutschen Marder-Reihe oder dem Nashorn. Genau wie ihre deutschen Gegenstücke hatte sie dieselben Probleme: dünne Panzerung, hinten und oben offen und damit anfällig gegen jeglichen Beschuss. Dennoch sollte sie das zweithäufigste gepanzerte Fahrzeug der Sowjetunion werden, gleich nach dem T-34. Sie brachte die sehnlich erwartete Plattform für eine mobile Panzerabwehr. Bei den Besatzungen war sie nicht sehr beliebt, der Fahrer saß direkt neben den dröhnenden Motoren, Komfort gab es hier überhaupt nicht. Viele nannten die SU-76 liebevoll Sukami (= Miststück). Dennoch wurde sie immer mehr in die Rolle eines Sturmgeschützes gedrängt, da sie nicht mehr in der Lage war, gegen die deutschen Panzer zu bestehen. Ihre Panzerung war zu schwach und die der Deutschen wurde stetig stärker. So unterstützte sie nun die Infanterie oder wurde als mobiles Steilfeuergeschütz, ähnlich der Wespe oder Hummel, eingesetzt. Es wurden viele verschiedene Versionen gebaut, die sich z.T. von Fabrik zu Fabrik schon unterschieden und mit Erfolg an der Front eingesetzt.

Entwicklung

Am Anfang des Krieges fehlte es der Roten Armee an Selbstfahrlafetten. Eilig wurde damals der leichte Panzerjäger ZIS-30 entwickelt. Doch er war keine nur annähernd befriedigende Lösung. Man versuchte das Chassis der T-60 und T-70 Modelle zu verwenden, die zu der Zeit gerade in der Massenfertigung waren. Die SU-71 war der Versuch der GAZ Fabrik, im Herbst 1941 in Eigeninitiative eine Selbstfahrlafette mit 76-mm-Kanone zu bauen. Dieser Versuch wurde aber nie in die volle Serienfertigung gegeben.

Der erste offizielle Prototyp wurde von der Fabrik Nr. 37 gebaut. Am 3. März 1942 bekam sie den Auftrag, einen Prototypen zu bauen und im Mai desselben Jahres war er schon fertig. Allerdings wurde der Prototyp, der auf dem Laufwerk des T-60 basierte, niemals getestet.

Im Oktober 1942 wurde die GAZ-Fabrik (die ja schon Erfahrung hatte) und Fabrik Nr. 38 beauftragt, eine leichte Selbstfahrlafette, basierend auf einem verlängerten Laufwerk des T-70 zu entwickeln. Das Laufwerk musste um eine weitere Laufrolle verlängert werden, damit es das Gewicht der 76,2-mm-ZiS-3-Kanone besser verkraften konnte. Im November konnten beide Entwickler ihre Konstruktionen vorzeigen. Allerdings wurde nach Tests das Modell GAZ-71 als unzuverlässig und nicht geeignet befunden. Folglich wurde die SU-12 der Fabrik Nr. 38 für die Serienfertigung der SU-76 ausgewählt. Am 1. Januar begann die Serienfertigung eines der häufigsten Kampffahrzeuge des Krieges.

SU-76P

Da 1941 neue Panzermodelle die Truppen erreichten, konnten normalerweise die alten T-26 Modelle zu Selbstfahrkanonen umgebaut werden. Doch aufgrund der gewaltigen Verluste während der Anfangszeit des Krieges war dies eigentlich unmöglich. Auch konnte man sie nicht ersetzen, da die Fabriken gerade hinter den Ural evakuiert wurden. Jedoch im belagerten Leningrad baute man, aus aller Not heraus, auf dem Laufwerk des alten T-26 eine 76-mm-Feldkanone. Dieser seltene Umbau wurde nur in Leningrad benutzt und zählte zu den SU-Modellen (Samochodnaja Ustanowka = selbstfahrender Unterbau). 1943 bekam diese nur in Leningrad eingesetzte Variante das Kürzel P, um Verwechslungen zu vermeiden. Diese Konstruktion war sehr behelfsmäßig, so bestand der einzige Schutz für die Besatzung aus dem Schild der Feldkanone.

SU-76

Die erste SU-76 hatte 2 Motoren, die beide jeweils eine Kette antrieben. Die Kanone saß hinten mittig zwischen den Motoren. Allerdings zeigten sich Probleme mit den Motoren. Es war unmöglich, beide zu synchronisieren. Es musste eine Lösung her. So wurde die Produktion nach nur 350 Exemplaren gestoppt. Bis zur Sommeroffensive sollten die Fehler behoben sein.

SU-76M

Das Problem mit den Motoren wurde damit gelöst, dass der andere Motor auch auf die rechte Seite kam und nun beide an einem Getriebe saßen, wie es auch schon im T-70 der Fall war. Die Kanone rückte dafür ein kleines Stück nach links. Am 17. Mai konnte die Produktion der modernisierten Version beginnen, rechtzeitig für die Sommeroffensive.

SU-76 (SU-15M)

Im Sommer 1943 versuchten die Fabrik Nr. 38 und GAZ, die SU-76 zu modernisieren. GAZ baute lediglich einen Prototyp, während ihr Konkurrent gleich drei Entwürfe hatte, die SU-15, 18 und 38. Das Laufwerk der SU-18 und SU-38 verkraftete das erhöhte Gewicht aber nicht, was zu vielen Problemen führte. So wurde die SU-15, die auf dem Laufwerk und Chassis der SU-76 (was ja die SU-12 ist), ausgewählt. Sie hatte zwei neue Motoren, ein neues Luftfiltersystem und einen leicht verbreiterten Aufbau. Im August hatte dieser Entwurf alle Tests erfolgreich bestanden und ging in die Serienfertigung.

SU-76i

Die deutschen Landser staunten bestimmt nicht schlecht, als sie der SU-76i gegenüberstanden. Schließlich basierte sie auf dem Laufwerk des deutschen Panzer III. Aufgrund der vielen technischen Fehler der SU-76 und der sich nährenden Sommeroffensive wurde schnell Ersatz gefordert, bis die SU-76M in Produktion ging. Es wurde vorgeschlagen, das Laufwerk des Panzer III zu nehmen. Es wurde oft erbeutet, war mehr als geeignet und zeigte schon im SG-122 gute Leistungen. Die Probleme mit der 76,2-mm-ZiSsh-Kanone konnten durch die 76,2-mm-S1-Kanone, die speziell für Selbstfahrlafetten entwickelt wurde, behoben werden. In Sverdlovsk bestanden die Prototypen die Tests und wurden für gut befunden. Im Gegensatz zu den anderen SU-76 Modellen war das SU-76i nicht offen, was seine Überlebensfähigkeit steigerte. Viele wurden auch mit den Kommandantenkuppeln aus erbeuteten Panzer III ausgerüstet. Seinen ersten Einsatz erlebte die SU-76i bei Kursk und Anfang 1944 sollte sie schon wieder von der Front abgezogen werden, um zu Trainingseinheiten zu gehen. Die SU-76i hat mehrere Namen, so läuft sie auch unter dem Namen SU-76 (S-1) und SU S-1.

Anmerkung des Autors: Alle Angaben wurden Stand aktuellen Wissens erstellt. Eine Überarbeitung erfolgt kontinuierlich. [sve]

Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
URL dieser Seite: http://ww.panzer-archiv.de/sturmgeschuetze/sowjetunion/su76/su76.htm
Gedruckt am: Donnerstag, 14. Dezember 2017, 06:56 Uhr
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