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SU-152/ISU-152

SU-152

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Zusammenfassung

Nachdem die neuen deutschen Panzermodelle immer häufiger auf den Schlachtfeldern in Erscheinung traten, war klar, dass man ein Fahrzeug brauchte, das dem so genannten deutschen Zoo (Panther und Tiger) Einhalt gebieten konnte. Außerdem sollte das Fahrzeug der Infanterieunterstützung dienen können. Da war die 152-mm-Haubitze die perfekte Wahl. Sie konnte sowohl den Tiger als auch den Panther zerstören, alleine das Gewicht des Projektils reichte aus, um die Panzerung zu zerstören. Bunker waren auch kein großes Hindernis für diesen Panzer. So sprengte er sich den Weg bis in die Straßen Berlins durch die deutschen Panzer und Bunker frei. Dennoch war dieses Gefährt nicht optimal. Es war aufgrund der fehlenden Nahkampfwaffen sehr anfällig gegen Infanterieangriffe, was aber bei der ISU-152 durch ein eingebautes MG ausgeglichen wurde. Allerdings wurde das MG auf dem Turmdach montiert und sollte eigentlich auch nur der Flugabwehr dienen, deshalb wurde es wohl im Nahkampf höchst selten eingesetzt, da es lebensgefährlich war, es während des Gefechtes zu bedienen. 

Ein weiterer Nachteil war der geringe Muntionsvorrat. Gerade mal 20 Schuß konnten im inneren des Fahrzeuges mitgeführt werden. Die Schußfrequenz war mit 2 Schuss die Minute ebenfalls sehr gering. 

Entwicklung

Um der Infanterie ein geeignetes Unterstützungsfahrzeug zu geben, sahen sich die Sowjets nach einem geeignetem Konzept um. Das der deutschen Sturmgeschütze war für diese Aufgabe perfekt geeignet: preiswert, schnell zu bauen und man konnte große Kanonen unterbringen. Als Laufwerk wurde das des KV-1 ausgewählt. Es stand zur Verfügung und konnte das Gewicht gut vertragen. Jetzt fehlte nur noch die richtige Hauptwaffe. Die 152,4-mm-Haubitze ML-20S schien geeignet. Sie hatte enorme Sprengkraft, schließlich sollte sie ja auch Bunker zerstören und die Infanterie unterstützen. Aber auch die Fähigkeit gegen Panzer war nicht schlecht, 110 mm Stahl auf 2000 Meter. Allerdings musste die Munition, ähnlich wie beim deutschen Jagdtiger, erst aus zwei Teilen zusammengesetzt werden, was die Schussrate auf nur 2 Schuss die Minute senkte. Das alles wurde in einen geschlossenen Aufbau eingebaut. Zusammen mit einer 60 mm dicken Panzerung brachte die SU-152 es auf stattliche 45,5 Tonnen. Angetrieben wurde sie von einem 600 PS starken V12 Dieselmotor und erreichte damit eine Höchstgeschwindigkeit von 43 Km/h. Am 1. März begann die Serienfertigung bei der Fabrik Nr. 100.

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Im engen Innenraum dieses Ungetüms hatten 5 Mann Platz. Es musste ständig von Munitionsfahrzeugen begleitet werden, da es nur in der Lage war, 20 Granaten mitzuführen. Der größte Mangel der SU-152 war ihre stark begrenzte Nahkampffähigkeit. Es fehlte ihr einfach ein MG und die Hauptwaffe hatte eine lausige Schussfrequenz, um damit einen Trupp Soldaten aufhalten zu können. Dafür wurde sie aber in der Regel von Infanteristen begleitet, schließlich hatte es sogar Befestigungen wo sich Infanteristen festhalten konnten, um in die Schlacht zu fahren. Der erste Einsatz war in Kursk, wo es den SU-152 gelang, 12 Tiger und 7 Elefanten zu zerstören. Es ist nicht verwunderlich, dass es danach den Spitznamen Zveroboy (=Tiertöter) erhielt.

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Nachdem die Produktion des KV-1 eingestellt wurde, musste man auf ein anderes Laufwerk umsteigen. Das neue Laufwerk des Josef Stalin 2 war bestens geeignet. An sich unterschieden sich beide Versionen kaum voneinander. Der Innenraum war genauso eng, deshalb konnte der magere Munitionsvorrat nicht erhöht werden. Allerdings wurde nun endlich ein MG installiert. Es war unglücklicherweise auf dem Dach montiert, weil es eigentlich nur zur Fliegerabwehr gedacht war. So musste die Besatzung wohl oder übel auf eine Nahkampfwaffe verzichten, da es an Selbstmord grenzt, bei einem Gefecht dieses MG zu bedienen. Aufgrund des neuen Laufwerkes konnte man auch die Panzerung erhöhen, um den deutschen Panzern mehr entgegensetzen zu können. Aufgrund des neuen Laufwerkes und um Verwechslungen zu vermeiden, wurde die neue Variante ISU-152 getauft.

Anmerkung des Autors: Alle Angaben wurden Stand aktuellen Wissens erstellt. Eine Überarbeitung erfolgt kontinuierlich. [sve]

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Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
URL dieser Seite: http://ww.panzer-archiv.de/sturmgeschuetze/sowjetunion/su152/su152.htm
Gedruckt am: Donnerstag, 19. Oktober 2017, 05:40 Uhr
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