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KV-1

Ein KV-1 Panzer im Gelände.

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Zusammenfassung

Der KV-1 war zu Anfang seiner Zeit wohl der stärkste Panzer auf sowjetischem Boden. Seine starke Panzerung und seine hervorragende Kanone machten ihn für die deutschen Panzer zu einem harten Gegner. So konnten wenige KV-1 ganze Kompanien deutscher Panzer aufhalten, ähnlich wie es der Tiger in der Normandie vermochte. In dieser Hinsicht war der KV-1 wohl der Vorgänger des deutschen Tigers. Er musste auf dem Schlachtfeld nichts fürchten, außer den Sturzkampfbombern vom Typ Ju 87 und der 8,8-er Flugabwehrkanone. Allerdings wurden die Vorteile des KV-1 oftmals durch unerfahrene Besatzungen zunichte gemacht. Sie fuhren so weit vor, dass die Geschosse der Gegner auch sie gefährdeten, anstatt aus sicherer Entfernung zu kämpfen. Die meisten KV-1 der ersten Baureihe fielen aber technischen Mängeln zum Opfer.


Das Laufwerk des KV-1 war sehr gut und wurde deshalb auch für viele andere Fahrzeuge benutzt. Interessant ist die Tatsache, dass die Panzerung von Boden und Decke hinten geringer war als vorne; eine nicht zu unterschätzende Gewichtsminderung. Durch weitere Verbesserungen wurde der KV-1 solange wie möglich an das aktuelle Kampfgeschehen angepasst. Allerdings war das Manko dieses Panzer, dass er nur die gleiche Feuerkraft wie der mittlere T-34 besaß.


Eine andere Entwicklung machte der KV-1S durch. Bei ihm wurde der Panzerschutz zugunsten einer höheren Geschwindigkeit verringert. Allerdings waren inzwischen die deutschen Panzer soweit, dass der KV-1s bald überholt war und so nur kurze Zeit produziert wurde.


Wären die Besatzungen besser auf diesen Panzer geschult gewesen oder hätten am Beginn der Operation Barbarossa mehr Panzer dieses Typs bereitgestanden, hätte die Wehrmacht weit größere Probleme gehabt. Ein KV-1 in den Händen einer fähigen Crew war ein extrem harter Brocken. Allerdings war auch der KV-1 spätestens mit der Einführung des KV-85 und JS-1 überholt.

Entwicklung

Der KV-1 entstand aus dem Multiturmpanzer SMK (Sergej Mironowitsch Kirow). Das sowjetische Militär suchte 1938 einen neuen schweren Panzer. Daraufhin entstanden der SMK und der T-100, beide mit mehreren Türmen. Es gab auch Vorschläge zum Bau von Einturmpanzern auf Basis des SMK. Noch bevor der diese genehmigt wurden, begannen die Arbeiten am 1. Februar 1938. Genehmigt wurden sie jedoch erst am 27. Februar. Während der Entwicklung des neuen Panzers traten allerdings einige Probleme auf. Die Konstrukteure behalfen sich damit, Ideen und Lösungen von einem tschechischen Panzer, der gerade zu Testzwecken in der Sowjetunion war – aufgrund von Überlegungen, einige Exemplare zu kaufen - abzuschauen. Die Arbeiten schritten sehr schnell voran und so konnte schon am 1. September 1938 das erste Exemplar die Werkshallen mit der Bezeichnung KV-1 (Kliment Voroschilow) verlassen.


Der Panzer hatte z.B. die Hülle, das Getriebe und die optischen Zieleinrichtungen vom SMK übernommen. Im Turm steckten gleich zwei Kanonen, eine 76,2-mm und eine 45-mm-Kanone. Das einzige MG war in der Frontplatte des Bugs zu finden. Am 25. September 1938 wurde der Panzer in Moskau vorgestellt und anschließend nach Leningrad zurückgebracht, um dort Tests zu absolvieren. Allerdings begann kurz darauf der Winterkrieg gegen Finnland, und der Panzer wurde an die Front gebracht. Zusammen mit seinen beiden Konkurrenten, dem T-100 und dem SMK, kam er ins 91. Panzerbataillon der 20. Panzerbrigade. Allerdings musste bis dahin schon die 45-mm-Kanone einem weiteren MG im Turm weichen. Um den rückwärtigen Bereich abdecken zu können, wurde ein drittes MG hinten am Turm eingebaut. Unter diesen realistischen Bedingungen schnitt der KV-1 am besten ab. Da das Gewicht des zweiten Turms entfiel, konnte dafür die Panzerung verstärkt werden.

Im Mai 1940 begann die Produktion des neues Panzers. Allerdings waren die Tests noch nicht abgeschlossen, weshalb eine Reihe weiterer Tests stattfand. Wie befürchtet, hatte der KV-1 einige Kinderkrankheiten, z.B. im Getriebe. Allerdings konnte man die Produktion nicht mehr stoppen, so wurden weitere KV-1 mit den bekannten Mängeln produziert.

KV-1 Modell 1940

Gegen Ende 1940 wurde der KV-1 mit einer neuen Kanone, der F-32, bestückt und erhielt gleichzeitig einen neuen und stärkeren Dieselmotor.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen KV-1 Modell 1941

Im Juli 1941 wurde erneut die Kanone ausgetauscht, diesmal wurde die 7,62-mm-ZIS-5-Kanone eingebaut. Der Turm war nun aus Gussstahl an Stelle von Walzstahl.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen KV-1 e

Im Frühjahr 1941 wurden zusätzliche Panzerplatten angebracht, um neuen deutschen Panzern besser gegenüberstehen zu können (was er auch ohne zusätzliche Panzerung geschafft hätte). Die Panzerplatten wurden an dem Modell 1940 angebracht. Diese neuen Modelle wurden KV-1e (e = ekranirovaniy = mit Panzerung) getauft.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen KV-1s

Im Laufe der Zeit kamen Diskussionen auf, dass man einen Panzertyp bräuchte, der zwischen mittleren und schweren Typen liegen sollte. Aus dieser Diskussion entstand der KV-13, der aber nie eingesetzt wurde. Zur selben Zeit aber überarbeitete man den KV-1. Seine Panzerung wurde von 90 mm auf 75 mm verringert, mit dem Ziel die Geschwindigkeit zu erhöhen. Außerdem wurden viele Teile überarbeitet, z. B. die Rückseite. Die Laufräder wurden durch leichtere ersetzt, überarbeitete Ketten, ein zuverlässigeres Getriebe und ein neuer Turm mit Kommandantenkuppel gehörten zu den größten Veränderungen. Im neuen Turm fanden sowohl die ZIS-5 als auch die F-32-Kanone Platz. Auch wurde die Anzahl der MGs erhöht, so kam ein zusätzliches Flugabwehr-MG auf dem Turm zum Einsatz. Im August 1942 ging der neue KV-1s in Produktion. Das S im Namen steht für skorostnoy (= schnell). Allerdings wurde die Produktion bereits im April 1943 wieder eingestellt, da die Rote Armee zu dieser Zeit Panzer mit höherem Panzerschutz benötigte und der KV-1s inzwischen veraltet war. Die frei gewordenen Kapazitäten wurden nun für die neue JS-Reihe genutzt.

Anmerkung des Autors: Alle Angaben wurden Stand aktuellen Wissens erstellt. Eine Überarbeitung erfolgt kontinuierlich. [sve]

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Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
URL dieser Seite: http://ww.panzer-archiv.de/kampfpanzer/sowjetunion/kv-1/kv-1.htm
Gedruckt am: Donnerstag, 14. Dezember 2017, 06:59 Uhr
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