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Panzer VI Tiger (Sdkfz 181)

Ein Tiger (Panzer VI) vor einer alten Fabrik.

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Konstruktionszeichnung in einem neuen Fenster anzeigen Stammbaum in einem neuen Fenster anzeigen Zusammenfassung

Der Tiger ist wohl der bekannteste deutsche Panzer des Krieges. Er war ein wahrer Koloss und in der Lage, das Schlachtfeld zu dominieren.

Obwohl sein erster Einsatz nicht der erhoffte Schlag war: Vier Tiger wurden 1942 von der sPzAbt. 502 vor Leningrad eingesetzt. Durch eine Offensive der 2. Stoßarmee hatte die Rote Armee bereits einen Einbruch von 8 km Breite und 12 km Tiefe erzielt. Am 29.08.1942 sollten nun vier Tiger in eben diesem Gebiet ihre Feuertaufe erhalten. Sie konnten einigen Boden gutmachen, allerdings blieben von den vier Tigern ganze drei mit Schäden (z.B. ein gebrochenes Schaltgetriebe) im Gelände stehen. Diese konnten aber geborgen und wieder flott gemacht werden. So war der erste Einsatz durch seine Kinderkrankheiten beendet, aber er zeigte schon vielversprechende Ergebnisse.

Seine Stärke war seine dicke Panzerung und die starke Kanone. Aber auch er hatte Schwächen, so war er nicht sehr zuverlässig, seine Geländegängigkeit ließ zu wünschen übrig, seine Panzerung war ungünstig angebracht, und er war teuer in der Herstellung. Seine beste Zeit erlebte der Tiger 1944 in der Normandie.

Bei den Alliierten entwickelte sich eine regelrechte "Tiger-Phobie": Sobald ein Tiger von den Briten gesichtet war, wurde er gemeldet. Allerdings wurden übertrieben viele Meldungen abgegeben, was wohl daher rührte, dass der Panzer IV dem Tiger auf weiter Entfernung aufgrund der eckigen Erscheinung beider Panzer gleicht. In Wahrheit waren nicht mehr als 90 Tiger am Kriegsschauplatz. Montgomery persönlich verbot die Meldungen aus denen hervorging, dass der Tiger den Sieg davontrug, nur um die Moral seiner Truppen nicht zu gefährden. Ein Bericht eines britischen Brigadegenerals vom 12. Juni 1944 bestätigt diese Befürchtungen. Ein einzelner Tiger konnte eine Stunde lang feuern und sich dann ungestraft zurückziehen, ohne angegriffen zu werden. Kein britischer Panzer traute sich, sich auf ein Gefecht mit ihm einzulassen. Es ging nämlich das Gerücht um, dass man fünf Shermans brauche, um einen Tiger zu zerstören und von diesen fünf käme nur einer zurück.

Auch der Tiger fand überlegene Gegner wie den Pershing und die JS-Reihe. Der JS-2 konnte den Tiger schon auf 1800 m zerstören, der Tiger konnte den JS-2 jedoch erst auf 500 m zur Strecke bringen.

Den Besatzungen viel aber schnell ein Trick ein, um den Nachteil der 90°-Panzerung auszugleichen. Sie stellten den Panzer schräg zum Gegner. So aufgestellt konnte der Tiger jeden Panzer, außer den oben genannten, schlagen.

Der Tiger kam zu rechten Zeit und schreckte die Gegner ab, wie kaum ein Panzer nach ihm. Er bildete eine gute Plattform für die späteren Panzer. Beim Ende seiner Produktion im August 1944, nach nur 1.354 Fahrzeugen, hatte auch er seinen Nachfolger gefunden, den Tiger II.

Entwicklung

Während des Westfeldzuges hatte die Wehrmacht empfindliche Verluste bei den Kämpfen mit schweren Alliierten Panzern, wie dem Matilda II bei Arras und dem Char 1B bei Flavion, hinnehmen müssen. Die kleinen deutschen Kanonen konnten die Panzerung der Panzer nicht auf Kampfentfernung durchschlagen. Deshalb wurde die Entwicklung eines schweren Panzers eingeleitet. Vorher gab es nur sporadische Versuche, einen schwereren Panzer zu bauen als den Panzer IV. Die ersten schweren Panzer waren die Prototypen VK3001 und VK3002 sowie der Durchwagen 1 und 2. Diese Entwicklungen wurden aber aufgegeben. Kurz vor der Invasion der Sowjetunion wurde die Entwicklung eines schweren Panzers wieder aufgenommen. Als die Deutschen auf den mittleren Panzer T-34 und den schweren KV trafen, wurde das Projekt eiligst wieder in Gang gebracht. So wurde nun ein neuer mittlerer Panzer, der Panther, entwickelt. Der Tiger sollte allerdings noch schwerer werden, um dem KV die Stirn bieten zu können. Für beide griffen die Entwickler auf die frühen Prototypen zurück.

Beim Tiger war allerdings die Richtung der Entwicklung unklar. Das Waffenamt forderte ein Panzer mit einer konischen 6-cm- oder 7-cm-Kanone, um das Gewicht nicht in die Höhe schießen zu lassen. Hitler stellte sich aber die viel stärkere 8,8-cm-Flugabwehrkanone vor, weil sie sich schon beim Kampf gegen Panzer sehr bewährt hatte.

Henschel wurde der Auftrag zur Entwicklung eines Panzers zwischen 36 und 40 t mit einer konischen 6-cm- oder 7-cm-Kanone erteilt. Dieser Prototyp hieß VK3601 und entsprach genau den Vorstellungen des Waffenamtes. Allerdings musste das Projekt aufgegeben werden. Die Kanone benötigte viel Wolfram, das sehr knapp war. Somit war sie nicht für eine Massenfertigung geeignet.

Porsche erhielt den Auftrag für den VK4501, mit den von Hitler gewünschten Vorgaben. Er sollte 45 Tonnen schwer sein und mit der 8,8-cm-Kanone bewaffnet werden.

Das HWA wollte aber nicht auf die schon von Henschel geleistete Arbeit verzichten und benannte das Projekt in VK4501 (H) um. Das schon vorhandene Laufwerk wurde modifiziert und die 8,8-cm-Kanone aus der Porsche-Konstruktion übernommen. Am 20. April, pünktlich zu Hitlers 53. Geburtstag, wurden die beiden Prototypen VK 4501 (H) und VK 4501 (P) in Rastenburg vorgeführt. Der Henschel- Prototyp war besser für die Massenfertigung geeignet und schnitt auch etwas besser ab, weshalb er ausgewählt wurde. Porsche hatte sich schon vor der Vorführung den Auftrag von 90 Vorserienfahrzeugen gesichert, der Vertrag wurde aber storniert. Nun saß Porsche auf 90 Laufwerken fest. Da dem Heer die Verschrottung der Laufwerke zu schade war, sollte Porsche daraus einen Jagdpanzer bauen, den späteren Jagdpanzer Elefant.

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Im August 1942 lief die Serienproduktion an. Der Tiger ähnelte stark dem Panzer IV, was unerfahrene Gegner oft dazu veranlasste, in jedem Panzer IV einen Tiger zu sehen. Er war flach und eckig, anders als der Panther erhielt er keine abgeschrägte Panzerung. Am Bug wie die Panzerung stattliche 100 mm, am Turm sogar 110 mm auf. Mit dieser starken Panzerung ist es nicht verwunderlich, dass der Tiger es auf 56 t brachte. Die ersten 250 Tiger mussten mit dem 650 PS starken Maybach HL 210 auskommen, ab dem 251. Fahrzeug erhielten sie den 700 PS starken Maybach HL 230. Bis zum 495. Fahrzeug hatte der Tiger auch eine Watausrüstung mit der er 4,1m tief waten konnte, sie viel aber aufgrund von Sparmaßnahmen weg, weil sie zu selten benutzt wurde. Der Tiger war ein wahrer Gigant, er konnte auf keiner Bahnpritsche transportiert werden. Aber die Entwickler ließen sich etwas einfallen. Zum Transport trug er schmale 520 mm Ketten und im Gefecht die breiten 725-mm-Ketten. Sechs Nebelwerfer rundeten seine Ausrüstung ab.

Anmerkung des Autors: Alle Angaben wurden Stand aktuellen Wissens erstellt. Eine Überarbeitung erfolgt kontinuierlich. [sve]

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Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
URL dieser Seite: http://ww.panzer-archiv.de/kampfpanzer/deutschland/panzervi/panzervi.htm
Gedruckt am: Donnerstag, 19. Oktober 2017, 05:29 Uhr
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