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Panzer I (Sdkfz 101)

Ein Panzer I Ausführung A in der Seitenansicht.

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Stammbaum in einem neuen Fenster anzeigen Zusammenfassung

Der Panzer I war eigentlich schon bei seiner Entwicklung veraltet. Er wurde als Ausbildungsfahrzeug und Lückenfüller entwickelt. Er kam aber aufgrund der Produktionsverzögerung der schwereren Panzer III und IV auch in den Fronteinsatz. Seine Bewaffnung konnte anderen Panzern nicht gefährlich werden, außer sie hatten eine genauso dünne Panzerung wie er. Denn seine Panzerung konnte höchstens Handfeuerwaffen abhalten. Ein MG konnte die Panzerung unter guten Umständen schon durchschlagen. Seine Panzerung hatte auch viele Schussfalten, was seinen Panzerschutz noch mehr heruntersetzte. Es fiel auch unangenehm auf, dass er trotz seines geringen Gewichts schnell im Schlamm stecken blieb.

Doch konnte die Wehrmacht mit ihm wertvolle Erfahrungen im Spanischen Bürgerkrieg sammeln. Dort wurde er bei der deutschen Legion Condor eingesetzt. Aber auch dort fiel schon auf, dass seine Bewaffnung nicht ausreichte. In einigen spanischen Werkstätten wurden 20 mm Kanonen anstelle der MGs eingebaut. Nun ließ aber seine Geländegängigkeit sowie die Geschwindigkeit zu wünschen übrig.

Der Panzer I stellte mit den größten Teil der deutschen Panzerkräfte während den ersten Blitzkriegen dar. Dort benötigte er aber immer die Hilfe größerer Panzer, um z.B. mit den kleinen polnischen Panzern fertig zu werden.

Trotz seiner Schwächen war der Panzer I ein wichtiger Panzer. Er war billig und konnte so in immensen Stückzahlen gebaut werden. Mit ihm konnte man die Panzerdivisionen gut aufstocken. Außerdem war er eine wichtige Hilfe bei der Ausbildung der deutschen Panzerbesatzungen und half den deutschen Firmen Erfahrungen im Panzerbau zu sammeln.

Entwicklung

Das Heereswaffenamt kaufte 1932 einen Carden-Lloyd-Kleinpanzer von der britischen Firma Vickers. In ausgedehnten Truppenversuchen stellte sich heraus, dass sich das Laufwerk des Panzers nicht für die deutsche 20 mm-Kanone, sonder eher für einen Turm mit Zwillings-MG eignete.

Das Heereswaffenamt veranlasste nun 1933 fünf Firmen (Daimler-Benz, Krupp, Rheinmetall Borsig, MAN und Henschel) einen 5 t schweren Ausbildungspanzer mit rundum schwenkbaren Turm zu bauen. Als Bewaffnung sollten zwei MG 13 dienen. Im Dezember entschied man sich, den Turm sowie den Aufbau von Daimler-Benz zusammen mit dem Laufwerk von Krupp weiterzuentwickeln. Krupp erhielt dann den Auftrag mit anderen deutschen Firmen drei Prototypen zu bauen. Diese Maßnahme hatte den einfach Sinn, andere deutsche Firmen Erfahrungen für die Produktion von Panzern sammeln zu lassen.

Der erste Prototyp wurde im Februar 1934 von Krupp ausgeliefert. Nach 4 Monaten intensiver Tests, gab das Waffenamt eine Bestellung von 150 LaS IA ab. Wie bei jedem Panzerprojekt erhielt auch der Panzer I einen "Codenamen" der auf ein landwirtschaftliches Fahrzeug hinweisen sollte (in diesem Fall "Landwirtschaftlicher Schlepper). Weitere Bestellungen folgten schnell und so kam der LaS IA auf 300 Stück.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Konstruktionszeichnung in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung A

Das Gewicht belief sich genau auf die geforderten 5,4 t. Aufgrund der schon fast lausigen 13 mm, konnte man das Gewicht problemlos erreichen. Der fade Nachgeschmack war allerdings, dass die Panzerung höchstens Schutz vor Handfeuerwaffen bot. Mit seinem 57 PS Motor von Krupp erreichte er eine Höchstgeschwindigkeit von 37 km/h. Außerdem erhielt er ein Funkgerät mit kurzer Reichweite für die Kommunikation mit den anderen Panzern. Diese Überlegenheit spielte eine große Rolle bei den Erfolgen der ersten Blitzkriegen.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Konstruktionszeichnung in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung B

Der Panzer I wurde leicht modernisiert, so wurde eine weitere fünfte Laufrolle auf jeder Seite montiert. Da man ziemlich schnell merkte das der Panzer I untermotorisiert war, wurde der 43 PS stärkere Maybach NL 38 TR. Allerdings musste dieser nun 6 t bewegen. Trotz des höheren Gewichts lag die Höchstgeschwindigkeit nun bei 40 km/h. Die Ausführung B wurde 1935 in Dienst gestellt. Da sich die Entwicklung der Panzer III und IV immer weiter verzögerte, produzierte man bedeutend mehr Panzer IB als man eigentlich beabsichtigt hatte. Die Produktion lief erst 1939 nach 1500 Exemplaren aus.

Datenblatt in einem neuen Fenster anzeigen Ausführung C

Die Ausführung C wurde ein luftverlastbarer Panzer, der sich, wie später z.B. der Locutus, nicht im Kampf behaupten konnte. Seine Panzerung wurde auf 30 mm aufgestockt. Um dieser Mehrbelastung gerecht zu werden, musste ein stärkerer Motor her. Deshalb kam der 150 PS starke Maybach HL 45 zum Einsatz. Mit 50 km/h Höchstgeschwindigkeit konnte er trotz seines Gewichtes überzeugen.

Im Januar 1941 wurde der Panzer bei Krauss-Maffei bestellt, aber erst im Juli 1942 ausgeliefert. Die Kriegslage hatte sich entscheidend geändert, außerdem war ein so leichter Panzer, auch wenn er den Panzer II Turm samt 20 mm Kanone hatte, sinnlos. Deshalb verwundert es nicht das die Entwicklung im Sommer 1941 eingestellt wurde.

Ausführung D

Die Ausführung D wurde als Infanterieunterstützungspanzer entwickelt. Er behielt die Panzer I Standardbewaffnung. Allerdings wurde die Panzerung auf ganze 80 mm erhöht. Das Laufwerk und der Motor hatten mit dieser Belastung stark zu kämpfen. Der 150 PS starke Motor schaffte es nun nur noch den Panzer auf 25 km/h zu beschleunigen, was bei einem verdreifachten Gewicht nicht verwundert. Der erste Prototyp wurde im Juni 1940 fertiggestellt. Nach Tests im Gelände erwies sich der Panzer als Reinfall. Nach nur 12 von 30 geplanten Vorserienpanzern wurde die Bestellung storniert. Alle 12 gebauten Panzer wurden an der Ostfront verheizt.

Anmerkung des Autors: Alle Angaben wurden Stand aktuellen Wissens erstellt. Eine Überarbeitung erfolgt kontinuierlich. [sve]

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Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
URL dieser Seite: http://ww.panzer-archiv.de/kampfpanzer/deutschland/panzeri/panzeri.htm
Gedruckt am: Donnerstag, 19. Oktober 2017, 05:21 Uhr
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