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SP 17-pdr Valentine Archer

Ein Archer im Jahre 1945 in Deutschland

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Insgesamt kann man sagen, dass die britische Armee im Laufe des Zweiten Weltkrieges beim waffenmäßigen Nachrüsten ihrer Panzer stets hinter den führenden Deutschen lag. Eine frühe Entscheidung der britischen Planer bei den Panzerabwehrkanonen von der 57 mm Kanone zur 76,2 mm Kanone überzugehen, war daher ein kühner Sprung nach vorn. Die neue 76,2 mm Kanone (17-Pfünder) war eine große und schwere Waffe und auf ihrem Schleppwagen zu unbeweglich, und so entschied man nach anderen Mitteln zu suchen. Eigentlich sollte der 17-Pfünder als Panzerkanone benutzt werden, aber die Panzer, die groß genug waren eine solche Waffe zu tragen, befanden sich erst im Reißbrettstadium, so dass eine kurzfristige Alternative gefunden werden musste.

Nachdem man unter anderem das bereits in der Produktion befindliche Fahrgestell des Crusaders untersucht hatte, dieses aber zu instabil war, entschied man den 17-Pfünder auf das Fahrgestell des Infanteriepanzers Mk III Valentine zu setzen. Der Valentine wurde gerade produziert und konnte schnell an seine neue Rolle als Kanonenträger angepasst werden, indem man einen abgeschrägten, oben offenen Aufbau auf den vorderen Teil des Rumpfes aufsetzte. Damit diese Kombination nicht kopflastig und damit schwer beherrschbar wurde, montierte man die Kanone in einen rückwärts (!) gerichteten Aufbau mit begrenztem Schwenkbereich. Daraus resultierte seine Rolle eines Panzerjägers und nicht die eines Kampfpanzers, man überführte den Archer im Laufe des Jahres 1943 in die Produktion.

Unter der Bezeichnung SP 17-pdr Valentine verließen diese Selbstfahrlafetten die Werkhallen. Die britischen Truppen waren zunächst etwas irritiert von diesem Fahrzeug, denn eine Kanone, die nur nach hinten gerichtet werden konnte, war gegen jede damals übliche Praxis. Besonders Fahrer waren alles andere als begeistert, denn ihre Position war in der Mitte des Kampfabteils und der Kanonenverschluss befand sich direkt hinter ihrem Kopf. Bei einem Abfeuern kam daher der Verschlussblock dem Hinterkopf des Fahrers gefährlich nahe. Die übrige Besatzung bestand aus dem Ladegehilfen, dem Kommandanten und dem Ladeschützen. Die Nebenbewaffnung bestand aus einem 7,62 mm Bren MG.

Obwohl der Archer ab 1943 produziert wurde, erreichten die ersten dieser Kombinationen erst im Oktober 1944 die Front in Europa. Damals war dieser Typ unter dem Namen Archer bekannt geworden und im Einsatz wurden seine Fähigkeiten als Panzerjäger bald unter Beweis gestellt. Die nach hinten gerichtete Kanone stellte bald kein Problem mehr dar, sondern man konnte sie sogar zu seinem Vorteil benutzen: Die Selbstfahrlafette wurde als Hinterhaltwaffe eingesetzt, weil man sie wegen ihrer niedrigen Silhouette leicht verbergen konnte. Wenn sich feindliche Panzer näherten, wurden einige Schuss auf sie abgefeuert um sich dann schnell davon zu machen, bevor die Feinde richtig reagieren konnten. Die Archer wurden hauptsächlich von den Panzerabwehrkompanien der Königlichen Artillerie benutzt und den schweren und massigen 17-pfündigen Paks (Einsatzgewicht knapp 3 t) vorgezogen.

Bis zum Kriegsende wurden 655 der ursprünglich in Auftrag gegebenen 800 Stück produziert. Die Archer blieben jedoch bis Mitte der 50er ein Teil der Ausrüstung der Panzerabwehreinheiten der britischen Streitkräfte.

Anmerkung des Autors: Alle Angaben wurden Stand aktuellen Wissens erstellt. Eine Überarbeitung erfolgt kontinuierlich. [fm]

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Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
URL dieser Seite: http://ww.panzer-archiv.de/jagdpanzer/england/archer/archer.htm
Gedruckt am: Donnerstag, 14. Dezember 2017, 07:07 Uhr
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