Nebelwerfer
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Zusammenfassung
Durch die großen Fortschritte bei der Rohrartillerie endete die Entwicklung neuerer Raketen in Deutschland schon vor dem 1. Weltkrieg. Als nach dem Krieg die schwere Artillerie verboten wurde, rückten die Raketen, welche nicht verboten wurden, wieder schlagartig in das Blickfeld. So begann in Deutschland die Entwicklung schnell voranzuschreiten und sollte bis Kriegsende durchweg die Fortschrittlichste sein. Während 1934 noch Nebelwerfer und Granatwerfer ganz oben standen, so ging die Entwicklung vom Mehrfachwerfer über die Großrakete bis zur Fernrakete weiter. Die Panzerfaust oder die Flugabwehrrakete fielen bei dieser Entwicklung nur als Nebenprodukte ab. Mit der Entwicklung der Dralldüsen, seitliche Austrittsöffnungen für die Abgase, im Jahre 1931, konnte man die Raketen ohne Stabilitätsflügeln, wie es bei der Katyusha der Fall ist, herstellen. So konnten Hauptmann Dr. Ing. Walter Dornberger und sein Mitarbeiter Wernher von Braun bald den fortschrittlichen 15cm Nebelwerfer 41 fertigstellen. Der Name Nebelwerfer diente als Tarnname und hatte nichts mit dem Ingenieur Rudolf Nebel
zu tun.
Die Nebelwerfer hatten einige Vorteile, so z.B.:
- geringer Preis für einen Werfer (1.500 - 5.000 Reichsmark)
- geringes Gewicht (540 - 1.200 kg)
- gute Geländegängigkeit
- schnelle Produktionszeit
- fast kein Verschleiß
- große Flächendeckung
Allerdings hatten auch die Nebelwerfer Nachteile z.B.:
- geringe Reichweite
- kein verweilen in der Feuerstellung
- keine effektive Möglichkeit als Einzelwaffe
- kein Sperrfeuer dicht vor der eigenen Linie
- keine Möglichkeit gegen Punktziele
- schlechte Wirkung gegen Bauten und gepanzerte Ziele
15 cm Nebelwerfer 41
Der 1941 in den Dienst gekommene 15 cm Nebelwerfer 41 sollte bis 1945 an der Front für Schrecken sorgen. Der Werfer basierte auf einer umgebauten Lafette der 3,7 cm Pak 35/36. Auf diesem Gestell wurden 6 Rohre kreisförmig angebracht welche die 15 cm Raketen aufnahmen. Im geladenen Zustand schauten die Treibsätze der Raketen hinten aus dem Rohr hinaus. Abgefeuert wurden die Raketen elektrisch, eine nach der anderen. Die Dauer dieser Salve betrug für alle 6 Raketen 10 Sekunden. Abgefeuert werden konnte die 15cm Wurfgranate 41 welche es in zwei verschiedene Versionen gibt. Einmal die Nebelgranate und die Sprenggranate.
| 15 cm Wurfgranate 41 Spreng | 15 cm Wurfgranate 41 w Kh Nebel | |
|---|---|---|
| Länge | 97,9 cm | 102 cm |
| Gewicht | 31,8 kg | 35,9 kg |
| Sprengladung | 2,55 kg | 3,86 kg |
| Anfangsgeschwindigkeit | 342 m/sec. | 342 m/sec. |
| Reichweite | 7055 m | 6905 m |
| Wirkungskreis | 80 m | - |
21 cm Nebelwerfer 42
Um der sowjetischen Katyusha etwas entgegen zu setzten, erschien 1942 die 21 cm Ausführung des Nebelwerfers. Da sich die Raketen vergrößerten, konnten an dem Werfer nur noch fünf Rohre angebracht werden. Für eine Salve wurden 8 Sekunden benötigt, eine zweite Salve konnte nach weiteren 5 Minuten verschossen werden. Trotz des stark erhöhten Gewichts, hatte die 21cm Sprenggranate eine größere Reichweite, die die gute aerodynamische Form begünstigte. Die Splitterwirkung der Granate war allerdings schlecht, die Geschoßwand war einfach viel zu dünn. Dafür war ihre Druckwirkung sehr hoch, diese Eigenschaft verlieh der Granate schnell den Namen "Preßluftgranate". Durch diese guten Eigenschaften wurde darauf verzichtet auch eine Nebelgranatenvariante zu produzieren. Während des Fluges erzeugte die Wurfgranate eine Art stöhnendes Geräusch. Diese Waffe beeindruckte die Amerikaner sehr, so sehr das sie einige Exemplare mit in die USA nahm um sie dort zu untersuchen. Sie erforschten die fortschrittliche Technik und entwickelten daraufhin die 21 cm Rakete T36.
| 21 cm Wurfgranate 42 | |
|---|---|
| Länge | 125 cm |
| Gewicht | 109,55 kg |
| Sprengladung | 10,17 kg |
| Anfangsgeschwindigkeit | 320 m/sec. |
| Reichweite | 7850 m |
| Wirkungskreis | 100 m, Min. und Hochdruck |
28/32 cm Nebelwerfer 41
Bei diesem System verließ man sich nicht auf die drallfreien Abschußrohre sondern wechselte statt dessen auf einfache Abschußbehälter. Diese 6 Behälter konnten mit verschiedenen Einsätzen versehen werden um auch die kleinere 28 cm Granate verschießen zu können. Diese Konstruktion war äußerst billig, so kostete der ganze Werfer gerade mal 1.835,- Reichsmark. Die Reichweite der großen Wurfkörper war allerdings bescheidener als bei den 15 cm oder 21 cm Granaten, auch war die Streuung höher, aber dafür brachten sie fast das fünffache an Sprengkraft zum Feind. Die Granaten waren schon 1940 im Truppengebrauch und waren plump und hatten eine schlechte Aerodynamik. Die 32cm Granate setzte nicht auf reine Sprengkraft, vielmehr enthielt sie 40 Liter Flammöl. Oft wurden beide Granattypen in einer Salve gemischt, wobei die Sprenggranate bei Häuser effektiver war. Die Granaten waren sehr flexibel, so konnte man sie sogar aus der Transportbox verschießen, dafür reichte es schon wenn man die Box mit einem Stück Holz oder was anderem erhöht in Schußrichtung stellte.
| 28 cm Wurfkörper Spreng | 32 cm Wurfkörper M F1 50 | |
|---|---|---|
| Länge | 119 cm | 130 cm |
| Gewicht | 82 kg | 79 kg |
| Sprengladung | 50 kg | 41,5 kg |
| Anfangsgeschwindigkeit | 145 m/sec. | 145 m/sec. |
| Reichweite | 1925 m | 2200 m |
| Wirkung | Splittewirkung, Druck | - |
30 cm Nebelwerfer 41
Die neuen Abschußbehälter wurden auf die Lafette der 5 cm Pak 38 gesetzt, das ganze Gerät war an sich nur ein neuer 28 / 32 cm Nebelwerfer 41 der für den neuen Wurfkörper verändert wurden . Das ganze Gerät wog nur 1,1 Tonnen und ist beladen nur 700 Kilo schwerer. Die 30 cm Wurfkörper sind ausgereifter als ihre Vorgänger, so besitzen sie eine Rauchlose Treibladung unter anderem aus Diglykol (35,4%) und Nitrocellose (59,9%). Auch war sie aerodynamischer, was ihrer Reichweite zugute kam. Allerdings wurden die 30 cm Wurfkörper nicht in großen Mengen eingesetzt. Auch den 30 cm Wurfkörper gab es entweder als Spreng- oder Flammölausführung. Eine Salve dauerte 10 Sekunden. Der Nebelwerfer wurde 1944 zugunsten des 30 cm Raketenwerfers aufgegeben.
| 30 cm Wurfkörper 42 | |
|---|---|
| Länge | 118 cm |
| Gewicht | 125,7 kg |
| Sprengladung | 44,66 kg |
| Anfangsgeschwindigkeit | 230 m/sec. |
| Reichweite | 4550 m |
| Wirkung | Druckwelle |
30 cm Raketenwerfer 56
1944 wurde der 30 cm Raketenwerfer 56 eingeführt, man verzichtete nun auf den Tarnnamen. Es wurden wieder Rohre verwendet, aufgrund des großen Kalibers der Rakete (30 cm) konnte man wie schon beim 21cm NbWf 42 nur fünf Rohre verwenden. Durch einen Rohreinsatz konnte er auch die 15 cm Wurfgranaten verschießen. Von diesem Werfer wurden monatlich 50 Stück in der Maschinenfabrik Donauwörth zum Preis von 3.035 Reichsmark hergestellt.
| 15cm Wurfgranate 41 - Sprenggranate | 30 cm Wurfkörper 42 | |
|---|---|---|
| Länge | 92,5 cm | 118 cm |
| Gewicht | 34,7 kg | 125,7 kg |
| Sprengladung | 2,55 kg | 44,66 kg |
| Anfangsgeschwindigkeit | 342 m/sec. | 230 m/sec. |
| Reichweite | 7055 m | 4550 m |
| Wirkung | 80 m, Druck | Druckwelle |
Schweres Wurfgerät 40 und 41
Schon 1940 wurden diese Geräte an die Truppe geliefert. Sie verschossen ihre Granaten direkt aus der Packung. Das Wurfgerät 40 gab es in der 30 kg schweren Holzausführung und das Wurfgerät 41 als 20 kg schwere Stahlvariante. Diese Packungen wurden meist zu viert auf die Abschußplattformen gestellt und innerhalb von 30 Sekunden abgefeuert. Die Wurfgeräte waren extrem billig, so kostete z.B. ein Wurfgestell 298,70, die Packkiste 41,60, Wurfkörper-Spreng. 22,50 oder ein Wurfkörper-Flamm nur 33,12 Reichsmark. Das schwere Wurfgerät 40 konnte die 28 cm und 32 cm Granaten verschießen während das schwere Wurfgerät auch in der Lage war die 30 cm Granate zu verschießen. Beide Varianten erhielten von den Landsern auch einige Spitznamen, so wurden sie auch ganz gerne "Heulende Kuh" oder "Stuka zu Fuß" genannt.
Anmerkung des Autors: Alle Angaben wurden Stand aktuellen Wissens erstellt. Eine Überarbeitung erfolgt kontinuierlich. [sve]
Quelle: www.Panzer-Archiv.de - Alles über die stählernen Giganten im Zweiten Weltkrieg.
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Gedruckt am: Donnerstag, 17. Mai 2012, 16:55 Uhr
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